Die Insel
Subjektiv
Ich bin einer der letzten, die Telendos beschreiben dürften, da Telendos für mich keine Insel ist, sondern vielmehr ein Punkt, der als Platzhalter für Sehnsucht steht.
Ich weiss es nicht gewiss, aber jeder kennt es, es ist ein Etwas bei jedem,- ein Lied, ein Geruch, ein Deja Vu, das an etwas erinnert, was so wichtig ist, dass man es nicht in Sätze setzt und bei dem man nicht weiss, ob es überhaupt gesagt werden sollte, denn eigentlich ist es geheim, vieleicht sogar peinlich. Jede Beschreibung hier wird somit notgedrungen zu einem Seiltanz.
Man sagt, wenn man die paar Meter von Kalymnos nach Telendos übersetzt, man sähe eine riesige Prinzessin im Fels. Weniger Mühe habe ich, ein aufgerissenes Maul zu sehen - die mumifizierte Hatschepsut, etwas mit Reißzähnen. Beängstigend und wunderschön.
Telendos ist die Schlange, die den Elefanten gefressen hat.
Telendos war Leprakolonie, die Ausgesetzten besuchten Ziegen, ihre Hütten stehen noch nach hundert Jahren, völlig verfallen,- es herrscht Ruhe.
Nachts ist man einsam und einmal sollte man es sein.
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Objektiv
Also quasi objektiv:
Es war ein Zufall, Telendos zu entdecken.Ich hatte Engländer kennengelernt, folgte ihnen nach Kalymnos, trennte mich dort wieder von ihnen und sah in Myrties am Steg ein hupendes Fischerboot mit einem Gast an Bord, der die vielleicht 800 Meter übersetzen wollte,- einen Kapitän in kretischer Tracht mit riesigen Gummistiefeln und Myrthe, Thymian hinterm Ohr. Nichts anderes vorhabend, schleppte ich mein Gepäck,im Mai 1992 auf dieses schaukelnde, nach Fisch riechende Boot und schaute erstmals in das völlig wind- und seezerfetzte Gesicht von T., der kein Wort sprach und später, so er sprach, nicht verständlicher wurde. Und damit begann Telendos, das ich in den nächsten 6 Wochen nicht mehr, es sei denn zu Einkäufen, verließ und in den folgenden 5 Jahren jeweils für 3 Monate besuchte.
Was hatte es auf sich mit dieser Insel?- Größe 4-5 x Fußballfeld, karg, enorm hoch, 4 Strände, ebenso viele Tavernen, ein paar Buchten. Aber insbesondere: es hat Menschen, noch reale Griechen, es hat Menschen, die abseits von einem Sektierertum ein Ab-Sehen und Hin-Sehen zu ihrem Inhalt haben, ein historisch Gegenwärtiges, nicht Naives. Ich habe nie eine solche Akzeptanz erlebt, ohne von sich abzurücken oder dass ein anderer abgerückt wäre (geradezu wortgewaltige Gefechte waren die Regel/Unterschiede und Gemeinsamkeiten blieben in Toleranz stehen).
Ein jeder wird sich vorstellen können, was geschieht, wenn man auf engstem Raum mit nur wenigen Touristen über lange Zeit den Urlaub verbringt, insbesondere dann, wenn die meisten Gäste die Insel am Abend wieder verlassen. Da sind vielleicht 50 Griechen und 50 Gäste anwesend, von denen eine ganze Reihe länger als nur 2 Wochen bleiben. Was geschieht dann? - es braucht keine große Phantasie, um sich auszumalen, dass hier so etwas wie eine Gesellschaft im kleinen wächst - mit all ihren Möglichkeiten - all den Anfangsschwierigkeiten und grossen Chancen, engen Verbindungen, Solidaritäten und und und. Man kann seine Vorstellung von Welt wirklich einmal ganz neu an einer veränderbaren Realität messen, man geht nicht mehr in einer Masse auf, sondern ist in jeder Sekunde authentisch und identifizierbar.
Man sollte wissen, dass man von der Insel abhängig ist, da es mit nur einem kleinen Lebensmittellladen und auch keinen touristischen Unterhaltungsprogrammen, keinen Diskos oder ähnlichem, aufwartet - die Lebensmittel werden über Kalymnos per Boot geliefert und das Essen-Gehen ist noch immer Bestandteil des sozialen Austauschs, dass Telendos alles andere als ein Urlaub von der Stange ist.
Telendos wird hauptsächlich von Menschen bewohnt, die entweder selbst in Australien waren oder Verwandtschaft dort besitzen, einer Auswanderer-Generation, deren Eltern Schwammtaucher oder Fischer waren und die man en masse daran erkennt, dass sie von der Taucherkrankheit geschlagen sind - also ein Bein nachziehen oder sonstwie behindert sind.
Da nur ein kleiner Laden (ein kleiner Souvenirshop existiert) auf Telendos vorhanden sind (auch kein Verkehr und Lebensmittel grundsätzlich aus Kalymnos importiert werden müssen), machen auch Ferienwohnungen oder Häuser zur Übernachtung zwar immer noch Sinn, sind aber nicht sooo arg wichtig, so dass die gesamte Insel (bis auf wenige Ausnahmen) in der Hauptsache Doppelzimmer (Ferienwohnungen und Häuser wären auch organisierbar) vermietet, die zumeist an die existierenden, kleinen und sehr privaten Tavernen angeschlossen sind. (George, Rita, Nico, Babis...) (Und wenn ich mal gegen den Strich rede: ganz privat ist man in Ferienhäusern, ein wenig weniger in einer Ferienwohnung und am wenigsten in einem Zimmer. Hier jedoch ist der vermeindliche Nachteil ein Vorteil; in einem überaus spärlichen Tourismus, der das Familiäre (alles spielt sich auf engem Raum ab)als hochnotwendig akzeptieren kann.
Man nähert sich der Insel, wie jeder, über Kalymnos (Hafen Myrties) und kommt nach 5 Minuten am Steg von Telendos an,- rechts befindet sich die Bar von Janni/Petroula/Rita,- anschliessend die Taverne von Nico (perfekte Küche), weiter rechts 2 sich anschliessende Tavernen und am Ende, vor einem der Hauptstrände, die Taverne von George (dazwischen und wie Perlen auf eine Schnur gereiht kleine und kleinste Buchten). Links von der Anlegestelle bestehen zwei Wege,- der über den Ort Telendos (winzig mit Kirche und Cafe - Cheesepies etc.) zum größten Strand und zum Schrottkünstler (sich links auf den Pinienwald zuhaltend - ob er jetzt - 2012 noch lebt, ist fraglich), einer Person, die all das verkörpert, was eigentlich unmöglich ist. Dieser Künstler hat kaum eine bürgerliche Bildung, ist verfemt (jeder hält ihn für einen unverbesserlichen Irren) und dennoch macht er Kunst aus dem Müll, den Tourísten hinterlassen,- er ist DER Sammler,- und ihn zu fragen, weshalb er das tut, macht nur wenig Sinn. Der Hügel ist bedeckt mit Skulpturen und der Künstler schafft eine ganz ganz originale Verbindung von Natur und Kultur.
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George - Das Haus
George bat mich, noch ein wenig zu den Zimmern zu sagen, die exeplarisch beschrieben sein sollen (auf den Bildern sieht man ja die Einrichtung, die immer liebevoll, gepflegt ist und natürlich existieren ein Balkon und Meerblick), er hat zwei Doppelzimmer und ein Viererzimmer (Doppelbett und Etagenbett)- man ist immer am Meer, man ist nie mehr als 20 Sekunden bis einer Minute vom Baden entfernt und zum Essen sieht es auch nicht anders aus.
Bei Gorge besteht z. B. ein Zimmer aus Duschbad und WC mit Fön, Bügeleisen, Bügelbett, Klimaanlage, SAT-TV, SAT-Radio, Radio/CD-Player, Internet-Anschluss und Fax-Zugang, 1. Hilfe-Kasten, Moskitonetzen, Mosikito-Vernichter (elektrisch), Kühlschrank mit Gefrierfach, Fliegengitter an den Fenstern, Kühltasche für den Strand, Fackeln, Sonnenliegen, Sonnenschirm für den Strand, möbliertem Balkon mit perfektem Meerblick, Doppelglasscheiben. Bügeleisen/Bügelbrett. Die Zimmer haben eine Größe von ca. 30 qm.Und natürlich geniessen Sie (ich zitiere) den schönsten Sonnenuntergang der Welt.
Die Mietpreise pro Woche betragen:
Zimmer Bei George pro Woche ohne Fühstück:
2 Pers.
Okt/Nov/April 445,-
Mai-Sept 480,-
Jede weitere Person + 12,- am Tag
Studios mit Küche/Bettwäsche und Handtüchern:
2 Pers.
April/Mai 510,-
Mai - Sept 570,-
Okt/Nov 510,-
Jede weitere Person + 12,- am Tag
Georges Einzelhaus für 4 Personen direkt am Meer:
Okt/Nov+ April 660,-
Mai - Sept 720,-
Bemerkungen:
Frühstück (alles, was Sie wünschen) 5,- pro Person/Tag.
Klimaanlage (falls gebraucht) 7,- am Tag.
3. + 4. Person kosten + 12,- am Tag.
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Besonderes
Telendos ist autofrei. Ihren PKW können Sie in Myrties auf Kalymnos parken. Die Fähren fahren so regelmäßig und die Überfahrt ist so kurz, dass Ihnen der Pkw kaum fehlen wird.
Kalymnos bietet sofort auf der anderen Seite von Telendos alle Wassersportarten und ist berühmt für seine mannigfachen Möglichkeiten zum Bergsteigen. Mountainbiken ist ebenso möglich, wie alle nur erdenklichen Kulturveranstaltungen. Da Kalymnos eine Schwammtaucher-Insel ist, sollten Sie sich auf jeden Fall mit Naturschwämmen eindecken.
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Allgemeines zu den Dodekanes
Geographie:
Dodekanes, wird der Inselkomplex der südöstlichen Ägäis genannt, welcher sich zwischen Kreta, den Kykladen und der kleinasiatischen Küste befindet. Außer den zwölf Hauptinseln, welchen der Komplex seinen Namen verdankt (Rhodos, Astypalia, Kalimnos, Karapathos, Kasos, Kos, Leros, Nissiros, Patmos, Symi, Tilos und Chalki), gehören zu der Dodekanes noch die kleineren Inseln Lipsi, Agathonisi und Kastellorizo, sowie mehrere Felsinseln.
Flora und Fauna:
Wälder und Buschlandschaften aus Kiefern, Zypressen, Wildoliven, Zedern und Stechpalmen bilden gemeinsam mit den vielartigen Gräsern, den Aromapflanzen (Majoran, Thymian, Lavendel, Oleander etc.) ein buntes Pflanzenmosaik.
Zu den Tierarten die auf dem Dodekaneskomplex einheimisch sind, gehört der kleinwüchsige Hirsch von Rhodos, die Hasen von Karpathos und die Rebhühner, welche auf fast allen Inseln in großer Anzahl vertreten sind. Hinzu kommen die Tiere welche von den Menschen eingeführt und für seine erwerbstechnische Existenz genutzt werden (Schafe, Ziegen, Rinder und Esel).
Höhlen, Felsrisse, steinige Anhöhen bieten seltenen Vogelarten wie Falken, Wildtauben, Reihern und Komoranen Unterschlupf. Aufgrund der geographischen Lage besuchen mehrere Millionen Zugvögel jedes Jahr die Inseln. Erstaunlich ist auch die Meeresfauna. Die seltene Mittelmeerrobbe findet in den Höhlen der Küste Unterschlupf, während Delfine, Meerschildkröten und jegliche Art von Fischen ein reiches Meeresökosystem bilden. Jede Insel und jedes Eiland ist ein einzigartiges Museum der Natur. Als Beispiel bietet die Insel Kasos 450 verschiedene Pflanzenarten, somit mehr als in den ganzen Niederlanden vertreten sind.
Land und Leute:
Die Einwohner sind immer noch mit Landwirtschaft, Viehzucht, der Fischerei und der Schwammtaucherei beschäftigt. Heute stellt der Tourismus die Haupteinnahmequelle der Einwohner dar. Dennoch sind traditionelle Berufe wie des Steinmetz, Schreiners und des Schiffsbauers erhalten geblieben. Auch Strick- und Webereiartikel, sowie Keramiken in ausgezeichneter Qualität werden auf den Inseln gefertigt.
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